Vers Teil 2

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VERS - Teil 2 - Grundkenntnisse

Erklärt an selbst geschriebenen Beispielen mit dem Thema: Schmetterling
 


FÜNF FÜßE IM BLANKVERS

Wenn Schmetterlinge durch die Lüfte fliegen
und ihre schönen Flügelfarben leuchten,
dann tanzen auch der Menschen Lustgefühle.
Ein kleines Wunder kann so viel bewegen...

(Jamben, reimlos; weniger lyrisch, unruhiger und freier als lyrische Reimgedichte, schießt oft über das Zeilenende, aufbauend)

 

FÜNF FÜßE IN DER STANZE

Die Schmetterlinge flattern durch das Land.
und lassen sich auf bunten Blumen nieder.
Ihr Rüssel saugt den Nektar wie auch Schmand.
Die Falter fühlen, strecken ihre Glieder,
besuchen dich und küssen deine Hand.
Ist das nicht schön, betört’s nicht immer wieder?
Der Schmetterling sucht Partner für die Liebe,
Erhalt von Art und Gattung durch die Triebe.

(abababcc; treibt nach vorn auf das "Fazit" des abschließenden Paarreims)

 

FÜNF FÜßE IN DER SPENSERSTROPHE

Die Schmetterlinge flattern durch das Land.
und lassen sich auf bunten Blumen nieder.
Ihr Rüssel saugt den Nektar sehr galant.
Ist das nicht schön, betört’s nicht immer wieder?
Die Falter fühlen, strecken ihre Glieder,
besuchen dich und küssen deine Hand.
Dann starten sie und flattern leicht und bieder
und suchen sich den Partner für die Liebe,
für den Erhalt von Art, Begattung durch die Triebe.

(Edmund Spenser, ababbcbcc, letzter Vers ein Alexandriner)

 

FÜNF FÜßE IM SONETT

Die kleinen Fluginsekte unseres Schönen
sind auch als Schmetterlinge gut bekannt.
Sie flattern still und leicht durch Luft und Land
mit Flügeln in bunt schimmernden Farbtönen.

Wenn Schmetterlinge auch den Bauch verwöhnen,
dann werden sie aus Liebe oft gesandt
und tanzen, hüpfen, kribbeln so charmant,
bis dies Gefühl lässt leis’ Musik ertönen.

Im Auf und Ab die Falter stets beglücken
auf Blütenständen, Obst und auch im Bauch.
Sie wollen Fauna und das Leben schmücken.

Ihr Flügelschlag gleicht eines Glückes Hauch.
Erfreue dich und lass dich nicht bedrücken,
ein Schmetterling genießt sein Leben auch.

(hier abba abba cdc dcd; fünfhebiger Jambus)

 

SECHS FÜßE, ALEXANDRINER IM SONETT

Die Nacht (Themenfremd)

Sie zeigt sich heut mal kühl, – umarmt mich aus der Ferne.
Ihr Kleid aus schwarzem Samt, – wohl ihre schönste Tracht,
ist alt und doch modern – schon immer nächtlich’ Pracht
und wirkt ganz still und leis. – Wer mag die Nacht nicht gerne?

Wenn scheint der Mond dazu – und funkeln tausend Sterne,
trägt Nacht Paillettenkleid, – das passt zur Himmelsmacht
die schenkt mir Träume nun. – Ich fühl mich reich bedacht,
lieg unterm Himmelszelt – und lösch jetzt die Laterne.

Die Nacht, sie führt zur Ruh – die Dunkelheit verschlingt
mich Träumer ganz geschwind, – der die Magie besingt.
So flieg ich durch die Nacht – weit übern Horizont

und denke an mein Glück – so gar nicht an ein Ende,
bis weckt mich Dämmerung – noch schläfrig kommt die Wende,
doch warm und wohl ist mir – ich hab mich nachts gesonnt.

(hier abba abba ccd eed, Alexandriner – sechshebiger Jambus mit Zäsur nach der 6. Silbe. Fester Akzent immer auf der 6. und 12. Silbe. Verse mit männlicher Endung 12 bzw. mit weiblicher Endung 13 Silben)

 

ENJAMBEMENT

Auch der schöne Schiller-
falter ist ein stiller
Schmetterling und Hunde-
kot zieht ihn im Grunde
einfach an. Im Auen-
wald oft zu beschauen.

(Zeilensprung, man fühlt sich atemlos hier, da die gewohnte Pause am Zeilenende unterbleibt)
 


Auflistung, Erklärung und Beispiele
© by Thomas Brod 2011

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