Geschütteltes

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VON ANGESICHT ZU ANGESICHT

Nur weil ich jetzt und hier die Lampen richt
steht mal ein Konterfei im Rampenlicht
und zeigt dir doch bloß einen feinen Alten,
bei dem bereits sich aber einen Falten
auf seinem Antlitz, hier des Halters Stirn.
Nur was gedacht wird in Gestalters Hirn,
das siehst du nicht! Doch hat’s, ich sag, Gewicht,
erahn ich doch dein fragend vag Gesicht.

 Geschüttelte Verse © by Thomas Brod 2013

 

 

DER GEBENDE TRÄUMER

Aus meines Hirnes tiefen Stellen quillen
Gedanken, die ich hier zu Ende spinne.
Wie Worte, die auch manche Quellen stillen,
 so hält das Herz bei dieser Spende inne.


Wenn ich des nachts dann zu den Sternen fahr
und träumend hoff’ auf weitre holde Gabe,
da spötteln Neider oft vom fernen Star,
 von mir, was ich von solchem Golde habe? 


Nun meine Lustgefühle beben wilder.
Sie spielen, necken, lieben schwankend Reigen
 und meine Sinneszellen weben Bilder,

die für Euch lieben aber rankend schweigen.
Nur manchmal zeig ich, was das Leben gibt
 und bleib doch Träumer, der das Geben liebt. 

Geschütteltes Sonett © by Thomas Brod 2013

 

 

DER ARME, EHRLICHE POET 

Ab jetzt schreib ich im Kämmerlein,
wo’s gibt der dummen Lämmer kein’,
die blöken, weil mein Schaffen war,
zu wahr für Ihre Waffenschar.
Ein Hammel hat die Plage satt,
er stürmt und tost - ich sage platt -
er streut die Lüge, beißt und ruht.
Und ich, der Dichter, reist und buht,
weil Lüge dient verschönt als Pein
 und Wahrheit stirbt verpönt als Schein! 

Geschüttelte Verse © by Thomas Brod 2013 

 

 

ZAUBERMOND 

Z ur späten Stund’ hat er im Licht gesungen.
A ls runder G(K)reis war sein Gesicht gelungen
U nd er, der einzig Himmelsgilde Meister
B efahl durch helles Strahlen: milde Geister,
E chauffiert euch doch nicht, ich wander’ so
R echt selten nur, so schimpft nun anderswo!
M anch einer wird mir meine Mächte neiden.
O ft wünscht er sich, könnt er die Nächte meiden.
N ur gibt’s nicht immer in der Nächte Schlummer,
 D er Albtraumzauber ist die schlechte Nummer.

Geschütteltes Akrostichon © Thomas Brod 2009

 

 

ERLKÖNIGS PRINZ 

Wer gleitet so spät durch Luft und rauscht.
Es ist die Braut, sie ruft und lauscht.
Ein Prinz ist bei ihr in nächtig Tracht,
 doch beide fliehn bei mondträchtig Nacht. 

Mein Prinz, was heißt das, Ihr preist mir Macht?
Hier oben scheint zwar zumeist mir Pracht,
doch ist die Pracht denn meisterlich Gut?
 Ich bange, mir fehlt geisterlich Mut! 

Nun meine Braut, hier sitzt Ihr und fliegt,
vertraut dem Traum, dann flitzt Ihr und siegt
auf echter Seide gen spielend Ziel.
 Mein Teppich sucht sein zielend Spiel! 

Oh mein Prinz, oh mein Prinz, dann schwöret kein Harm!
Die Einzige bin ich gern, doch höret: kein Schwarm!
Seid ehrlich, ich frag: Haltet Ihr Wort?
 Und stimmt es auch, verwaltet Ihr Hort?

Da Euer Gefühl grad rege wankt,
seht doch Braut, was auf dem Wege rankt.
Mein Hort wird sein, was das Leben gibt,
 und ich dazu, der das Geben liebt. 

Oh mein Prinz, ich wünscht’, dass Hoffnungsschimmer eint,
wir aber fliehen doch, wie’s mir immer scheint.
Oh Braut, oh Braut, ich seh hehren Keim
 und hoff’, dass wir beide kehren Heim. 

Da tönt es: „Sie reizt mich, ich will die Gestalt
und bist du nicht willig, brauch ich still die Gewalt!“
Die Braut, sie wird erfasst im Gewimmel hier.
 Erlkönigs Stimme ruft in den Himmel: wir! 

Nun gleitet der Prinz durchs Land voll Hast
auf seinem Teppich, die Hand voll Last
erreicht den Hofe, wo tagt die Not,
 verloren Liebe, so nagt der Tod.

Geschüttelte Ballade (Persiflage) © Thomas Brod 2012

 

 

WEIHNACHTSSEGEN 

Besinnlichkeit kommt mit der fernen Stunde,
bei Dunkelheit, wo nur die Liebe wacht,
wird diese auch ganz gern und wie! - belacht
 - so gibt`s für Sucher doch auch Sternenfunde.


Ist´s dann nicht Zeit, dass sich mal Triebe lösten,
wenn Weihnachtslieder klingen prächtig meist
und jeder nur Geschenke mächtig preist,
zu sehn den Herrn. Er will mit Liebe trösten!

Den Sinn des Fests, den kennt die kleine Menge,
die gerne möcht’ auf Gottes Wegen sein.
 So lass Gedanken ich durch Segen weih`n

und schick zum Weihnachtsfeste meine Klänge.
Mög’ jeder werden irgendwie belohnt,
 dass in ihm auch die wahre Liebe wohnt! 

Geschütteltes Sonett © by Thomas Brod 2012

 

 

KATZENJAGDSPIEL 

Es wollte mal ein Kätzchen tosen mit seinen zarten Tätzchen
kosen ein ängstlich fettes lecker Mäuschen.
Da juckt ein winzig Mecker-Läuschen
der Katzes weißes keckes Lätzchen
und sagt ihr: lass es, leck es Kätzchen!
Die Katze denkt: Hat Laus nun Meise?
 verjagt mir doch die Maus nun leise! 


Geschüttelte Verse © by Thomas Brod 2011

 

 

SO NETTE PARTYLAUNE

Auf ’ner Geburtstagsparty lasse nippen,
es fließt doch wirklich Sekt und Wein zu Scharen
und freu dich, küss der Damen nasse Lippen,
 es lohnt sich dort den schönen Schein zu wahren.

Musik - vergiss nicht immer keck zu wippen,
Gefühle s(ch)wingen mit der Liese Brüste.
Und dürstet's noch ein Gläschen weg zu kippen;
 es sehnt dich doch nur nach der Brise Lüste.


Im Stimmungsrausch der Feier zieht man Saiten
und hört und fühlt so manche Triebe lügen.
 Am nächsten Morgen aber sieht man Zeiten 

und weiß: Hormone können Liebe trügen!
Sind Rausch und Scham mit übler Last vergangen,
 heißt’s wieder „Prost“ mit neuem Gast-Verlangen! 

Geschütteltes Sonett © by Thomas Brod 2009 

 

 

BINSENWEISHEIT

B edenkt, auch so manch Philosophen dichten
I m Dunkeln! Scheint dadurch die Sonne wieder?
N ein, wenn die Thesen nur die „Doofen” sichten,
 S tagniert ein jeder Lust- und Wonnesieder!


E s dämmert neblig, wenn sich Reihen lichten,
N icht angebracht durch Tadel, Neider-Lieder.
W arum bloß müssen grad’ die „Laien” richten?
 E in Urteil reicht - brennt alles leider nieder! 


I deen offenbart, sind Meutebissen,
S ie liefern Zündstoff für – nicht scherzhaft – Hetzer.
 H errje, und schweig ich, wird man Beute missen,


E in großes Manko für manch herzhaft Schätzer!
I n Binsen sprießt für „ALLE“ richtig Wahres,
 T rotz Allgemeinem, hier sehr wichtig: Rares!

Geschütteltes Akrostichon-Sonett © byThomas Brod 2009 

 

 

ZAUBERLEHRLING

Z um Zaubern brauch’ ich nur des „Ollen“ Worte,
A uch soll’n mir seine Geister schwabbeln, wallen!
U nd Geisterbesen suchen, wollen Orte,
 B is in dem Bade Flüsse wabbeln, schwallen.


E in Zauber „wehe, wenn die Ehre lechzt“
R eicht weiter, tiefer oft als Tugend-Lücke.
L ebendig heute mal die Lehre ächzt,
 E s zeigt sich hier des Zaubers lugend Tücke.


H alt inne Knecht, bedenk es knurren Mächte.
R etour ihr Kobolde, seid wieder Besen!
L os Meister, komm und hilf, so murren Knechte.

 I n Not und Eile ist man bieder Wesen.

N ur wer beherrschen will die Geistermenge,
 G eh’ erst mal üben und mach’ Meistergänge! 

Geschütteltes Akrostichon-Sonett (Persiflage) © by Thomas Brod 2010 

 

 

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