Glosse

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GLOSSE

Die Gedichtform der Glosse wurde von den Brüdern August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel in Deutschland bekannt gemacht, ursprünglich stammt sie aus Spanien. Ihre Strophenform heißt Dezime. (Trochäus: betont – unbetont) Die Glosse hat vier Strophen zu je zehn Zeilen, die das folgende Reimschema aufweisen:

a b a b a c d c c d

oder auch

a b a b a c c d d c

 

Die Besonderheit der Glosse liegt darin, dass dem ganzen Gedicht ein Motto vorangestellt ist, das auch von einem anderen Dichter stammen kann - im folgenden Beispiel sind Motto und Glosse von mir, wenn auch dieses Mal nicht zum Thema Schmetterlinge. Das Motto wird in den Endzeilen jeder Strophe wiedergegeben und dadurch neu interpretiert (glossiert).

Beispiel:

FARBEN SCHENKEN BUNTES LEBEN.
BLUMEN SIND WIE POESIE.
KURZ ERBLÜHT SO FANTASIE,
KLEINE FREUDEN, DIE UNS GEBEN!

Welche Farbe zeigt die Welt?
Nur Schwarz-Weiß und viele Sorgen?
Unterm blauen Himmelszelt
heute, morgen, übermorgen
zeigt sich, was dem Herz gefällt.
Welten Reichtum wird’s erschließen.
Schönes dürfen wir erstreben,
Glück und Freude mal genießen,
wenn die Blumen sich ergießen.
FARBEN SCHENKEN BUNTES LEBEN.

Knospen, anfangs zart und klein,
bunte Kleckse auf den Zweigen,
blicken in den Tag hinein.
Alle Blüten stilvoll schweigen.
Jede strahlt für sich allein.
Blumen winken uns verlegen,
pfeift ein Wind mit Melodie,
sie begleiten uns auf Wegen,
scheint die Sonne, weint der Regen.
BLUMEN SIND WIE POESIE.

Leuchtend zeigt sich Blumenpracht.
Keine Blume blüht vergebens,
schmückt die Welt durch ihre Tracht
in dem Drang des bunten Lebens.
Wenn sich Blüte dann entfacht
und ihr Duft raubt uns die Sinne,
durch viel Zauber und Magie,
schweiget mal und haltet inne.
Kleine Dinge sind Gewinne.
KURZ ERBLÜHT SO FANTASIE.

Fantasie verführt den Blick,
lässt uns bunte Träume pflücken
und ein Kleeblatt bringt uns Glück.
Kleine Wunder, die entzücken,
eine Blume, großer Schick.
Wenn mit glühendem Verlangen,
Bienen auf die Blumen schweben,
die so herrlich süßlich prangen,
heißt es Schönes zu empfangen,
KLEINE FREUDEN, DIE UNS GEBEN!

© by Thomas Brod 2011

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